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Auf die Spuren
Zeno Baumgartners, der am 27. Juni 1920 mit seinen
Seilgefährten L. Obersteiner und A. Vorbeck
erstmals die Ostwand der Hohen Weichsel im steirischen
Hochschwabgebirge durchstieg, begaben wir uns am
5. Juli 2006.
Die drei Pioniere
fanden vor fast hundert Jahren in etwa in der Gipfelfalllinie
den ersten Durchstieg durch die 350 Meter hohe Wand.
Die Route wird heute wohl kaum mehr wiederholt,
wir fanden in den etwa 8 Seillängen außer
den paar Haken der Erstbegeher keinerlei Begehungsspuren.
Die Schwierigkeiten
der Kletterei sind durchwegs im 4. Grad angesiedelt,
dieses Bild zeigt den Ausstieg der dritten Seillänge,
die herrliche Genußkletterei in festem Hochschwabfels
bietet.
Die Standplätze
in der steilen und ausgesetzten Wand bestehen oft
aus Felsköpfeln, deren Qualität man gut
beraten ist genau zu prüfen, will man nicht
mit ihnen in die Tiefe stürzen. Im Zeitalter
des Plaisierkletterns und der sanierten Bohrhakenstände
durchaus eine interessante Alternative zu den gut
besuchten Hochgenßklettereien der benachbarten
Wände.
2 Seillängen
unter dem Ausstieg wieder ein Köpfelstand.
Die letzten beiden
Seillängen führen durch die brüchigen
Rinnen im linken Teil des Bildes.
Vorbei an bizarren
Felsformationen suchen wir unseren Weg auf den Spuren
der Pioniere, immer begleitet von der Vorstellung,
wie diese Kletterer sich hier gefühlt haben
mochten, und was sie bewegt hat, durch diese Wand
zu steigen. Was uns betrifft, ist es die Faszination
des Reisens, die uns zu solchen Felsfahrten aufbrechen
läßt. Das Reisen durch Teile unserer
Heimat, die abgelegener sind als so mancher Erdteil,
dessen Besuch die Bezeichnung Expedition rechtfertigt.
Wer weiß,
wann der Gipfel der Hochweichsel wieder einmal von
jemandem durch die Route von Zeno Baumgartner durch
die Ostwand bestiegen wird? Lohnend ist es allemal,
wir sind jedenfalls auf den Geschmack des Wiederholens
historischer Routen gekommen. Respekt den Ertsbegehern!
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